Neues aus Emmendingen
Gedenken in Gurs
Zum 85. Jahrestag der Deportation von über 6.500 Jüdinnen und Juden aus Baden und der damaligen Saarpfalz ins südfranzösische Internierungslager Gurs fand Anfang Oktober eine Gedenkveranstaltung in Südfrankreich statt. Auch Oberbürgermeister Stefan Schlatterer sowie Leni Perenčević, die neue Referatsleiterin für Kulturelle Bildung nahmen an der Reise teil.
In Gurs gedachten die Teilnehmenden der mehr als 1.000 Menschen, die dort unter unmenschlichen Bedingungen starben, sowie der vielen Tausend weiteren, die später in den Vernichtungslagern ermordet wurden. Neben der zentralen Gedenkfeier auf dem Friedhof standen Begegnungen mit französischen Gastgeberinnen und Gastgebern sowie Besichtigungen des ehemaligen Lagergeländes auf dem Programm. Der Austausch über Formen der Erinnerungskultur und Bildungsarbeit bildete dabei einen wichtigen Schwerpunkt.
Für die Emmendinger Delegation hatte der Besuch in Gurs eine besondere Dimension: Auf dem dortigen Deportiertenfriedhof besuchten Oberbürgermeister Stefan Schlatterer und Leni Perenčević das Grab von Simon Veit, einem der nach Gurs deportierten Jüdinnen und Juden aus Emmendingen.
Simon Veit, langjähriger Vorsteher der israelitischen Gemeinde und angesehener Bürger seiner Heimatstadt Emmendingen, wurde am 22. Oktober 1940 im Alter von 89 Jahren zusammen mit den übrigen Emmendinger Jüdinnen und Juden nach Gurs verschleppt. Seine Kinder, die rechtzeitig nach Brasilien und in die USA fliehen konnten, versuchten vergeblich, ihn aus dem Lager zu befreien. Nach Monaten unter unmenschlichen Bedingungen starb Simon Veit am 25. September 1941 in Gurs.
Die gemeinsame Reise wurde von der Arbeitsgemeinschaft zur Unterhaltung und Pflege des Deportiertenfriedhofs in Gurs (AG Gurs) organisiert, in der zahlreiche Städte und Gemeinden aus Baden, Rheinland-Pfalz und dem Saarland vertreten sind.
