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1990 Stadtspiel-Konzeptorenteam

Kulturpreisträger 1990

Stadtspiel-Konzeptorenteam

Preisträger des Jahres 1990 ist das Konzeptorenteam des Stadtspiels, das anlässlich der 400-Jahr-Feier der Stadt Emmendingen ins Leben gerufen und zum glanzvollen Höhepunkt des Jubiläumsjahres wurde. Vor der historischen Kulisse des Markgrafenschlosses wurde das Stück acht Mal aufgeführt und war mit über 5200 Zuschauern ausverkauft. Der Preis gebührt nicht nur den vier Konzeptoren, sondern stellvertretend auch den vielen hundert Mitwirkenden des Stadtspiels, die mit ihrer Arbeit und Mitwirkung das Stadtspiel erst möglich gemacht hatten. Dieter E. Neuhaus war Regisseur und Dramaturg, unter dessen Regie das Stadtspiel in Szene gesetzt wurde, der freiberuflich tätige Bühnen- und Kostümbildner Heinrich Lukas Lindenmaier gab dem Ganzen Form und Gestalt, den musikalischen Rahmen lieferte Werner Englert als Komponist und Arrangeur und Hans-Jörg Jenne war verantwortlich für die Gesamkonzeption des Stadtjubiläums.

Dieter E. Neuhaus

*1944
Regisseur, Autor/Dramaturg und Schauspieler

Dieter E. Neuhaus stammt aus Witten an der Ruhr und studierte in Köln, Berlin und Bochum. Der mittlerweile freiberuflich Tätige war im Engagement an den Theatern in Schleswig, Luzern, Bonn und Freiburg.

Heute gestaltet er Jubiläen, schreibt und inszeniert Festspiele, Volkstheaterstücke und Musiktheater, gastiert als Schauspieler und gibt sein Wissen und seine Erfahrungen als Leiter in Theaterworkshops an Universitäten, Hochschulen, Volkshochschulen, bei Festivals und vielen weiteren Institutionen weiter. Als Buchautor gab er 1985 sein Debüt, als er „Theater spielen“ für den Reclam-Verlag schrieb. Neben einer Vielzahl von Inszenierungen mit professionellen Künstlern im Schauspiel- und Opernbereich leitete Dieter E. Neuhaus als Regisseur und Autor Theaterprojekte, bei denen er die Bevölkerung zur Auseinandersetzung mit der Geschichte und Kultur ihres jeweiligen Dorfes, ihrer Stadt oder Region anregte und in Szene setzte.

Unter anderem organisierte er 1986 „600 Jahre Schlacht von Sempach“ für den Schweizer Kanton Luzern, 1997 entwarf er das Festspiel „150 Jahre badische Revolution: Das Offenburger Freiheitsfest“, 2003 „1000 Jahre Langenau“ und 1999 „Jahrtausend-Kehrhaus in der Abtei Brauweiler“. Als Schauspieler gestaltete er - häufig im Zusammenwirken mit Musikern - Texte unterschiedlicher literarischer Herkunft und Epochen. Seinen „Ring des Nibelungen von Richard Wagner binnen 98 Minuten“ führte er über 200 Mal im gesamten deutschsprachigen Raum auf und wurde mehrfach von Rundfunk- und Fernsehsendern ausgezeichnet. Neben dem Kulturpreis der Stadt Emmendingen wurde er 1995 mit der Max-Reger-Medaille der Stadt Weiden in der Oberpfalz ausgezeichnet, die er für das Konzept, den Text und die Inszenierung des Festspiels „750 Jahre Weiden in der Oberpfalz“ im Jahr 1992 erhielt.

Foto: privat

Heinrich Lukas Lindenmaier

*1946  † 2014
Bühnenbildner, Ausstellungsdesigner, Fotograf und Musiker

Heinrich Lukas Lindenmaier, der aufgrund seiner ausgezeichneten Arbeit als Bühnenbildner beim Stadtspiel dazu beigetragen hat, dass dem Stadtspiel-Konzeptorenteam der Kulturpreis verliehen wurde, studierte und diplomierte 1973 an der Kunstakademie München. Dort war er auch Assistent und Studiofotograf bei Will McBride und assistierte bei Professor Rudolf Heinrich für Inszenierungen in München, Paris, New York und London. Der geborene Basler machte Arbeiten für „Twen“, bekam Auftragsarbeiten bei verschiedenen Werbeagenturen und veröffentlichte Buch- und Kalenderillustrationen. Ein Jahr vor seinem Diplom erhielt H. Lukas Lindenmaier die silberne Auszeichnungsmedaille des „art directors club Deutschland“. Der Kulturpreisträger war von 1975 bis 1978 Bühnen- und Kostümbildner am Schauspielhaus Nürnberg, anschließend sechs Jahre im festen Engagement bei den Städtischen Bühnen Freiburg.

Lukas Lindenmaier präsentierte zahlreiche Einzelausstellungen, unter anderem „Lukas & Bottequin“ in der Galerie Margareta de Boeve in Antwerpen und bei dem Kunstverein Biel „Ultra Bienna“. Mit anderen Fotografen stellte er „Hinsicht-Hersicht“ in Sélestat aus. In den Jahren 2000 bis 2003 war sie in Sandomierz, Six-Fours, St. Dié, Sélestat, Waldkirch und Emmendingen zu sehen. Er war nicht nur in diesem Bereich künstlerisch tätig, auch als Komponist, Schlagzeuger und Percussionist war er erfolgreich. Unter anderem mit den Ensembles kxutrio und F-Orkestra. Mit Cecil Taylor nahm er 1988 “Legba Crossing” auf, 1998 folgte “Excursion” mit „Die Pilzfreunde“, um nur Einige zu nennen. Als Ausstellungsgestalter für historische, kunsthistorische, volkskundliche und Fotografie-Ausstellungen war er seit 1984 in Emmendingen, Freiburg, Karlsruhe, Castrop-Rauxel und Waldshut sowie für freie Gruppen und Festspielprojekte tätig. So war er auch Ausstellungsleiter beim „Emmendinger Stadtjubiläum 1990“ und Mitgestalter des „Offenburger Freiheitsfestes 1997“.

H. Lukas Lindenmaier war bis zu seinem Tod bei der Stadt Emmendingen Kurator für das stadtgeschichtliche Museum und das Fotomuseum Hirsmüller. 1997 schuf er den „Brunnen auf Zeit“ auf dem Emmendinger Marktplatz, der seit 2009 als „Energiebrunnen“ bei den Emmendinger Stadtwerke zu sehen ist.

Werner Englert

*1951
Musikpädagoge, Saxophonist, Komponist, Schul- und Projektleiter

Schulmusikstudium mit Schwerpunkt Komposition, Flöte und Musikwissenschaft in Heidelberg. Bis 2015 Oberstudienrat für Musik am Technischen Gymnasium in Emmendingen. Lebenslange berufsbegleitende Weiterbildung als Jazzmusiker durch Workshops in den USA (u.a. Creative Music Studio, Woodstock; IAJE New Orleans, Miami und Boston), Dänemark, Spanien, Polen, Finnland, Türkei, Senegal  und Ghana.

1985–1991 Künstlerischer Leiter der Jazz & Rock Schule Freiburg.

Seit 1991 Leiter der von ihm gegründeten, privaten Schule für Rock-, Pop- und Jazzmusik musiclab in Emmendingen. 2013 Gründung der musik.aktiv.academy als Erweiterung der MusikLustSchule musiclab im Coaching Bereich.

Seine Lehrtätigkeit führte ihn unter anderem zu der Musikhochschule Freiburg, der Musikhochschule Stuttgart sowie zu den Bundesakademien Remscheid, Ochsenhausen und Trossingen. Lehrerfortbildungen im kreativen Musizieren, Songkomposition, Bigbandworkshops, Rhythmusworkshops und Kreativtechniken.

Seit 2011 Gastdozent an der Popakademie in Mannheim.

Internationale Workshoptätigkeit in Italien, der Schweiz, den USA, Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan, Taiwan, Senegal und im Irak. Initiator und Leiter mehrerer Großprojekte, wie z.B. „Der Schrei“ mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, 2009 (mit 270 Jugendlichen von Karlsruhe bis Lörrach) . Für die weltweit arbeitende „American Voices Association“ baute er die Baku-Bigband in Aserbaidschan auf und war Dozent bei der „National Unity Performing & Visual Arts Academy“ 2007 im Irak.

Viele Kreativprojekte mit unterschiedlichsten Zielgruppen initiiert, geplant, organisiert und durchgeführt. Von der Anleitung zur Songkomposition bis hin zur Entwicklung von musikalischen Konzepten für Jubiläen, Firmenfeiern, Stadtfesten, Blaskapellen-Events, Filmmusiken und pädagogischen Projekten reizt ihn jede kreative Herausforderung. Zu seinen erfolgreichsten Projekten zählen „Carmina Burana“, ein Rockoratorium mit ca. 200 Mitwirkenden, „Finale Sinfonie“ im Wehrle-Werk in Emmendingen mit über 250 Mitwirkenden, „Rhythm of Genesis“ in der Evangelischen Stadtkirche, ein Projekt für Chor, Percussion und Orgel sowie das Elzwiesen-Spektakel. In einer sowohl optischen als auch akustischen spektakulären Aufführung wurde die Elz in eine nächtliche Mysterienlandschaft verwandelt.

Als Saxophonist und Flötist aktiv in Bands:

  • SAX’N HOP: Saxtrio für alle Anlässe: Jazzfestivals, Feste, Lesungen, Vernissagen ...
  • SAX MACHINE: eigene Kompositionen mit großer stilistischer Bandbreite: high energy!
  • SaxualMoments: Solosaxophon
  • Act Vaganza: Galaband für alle hochkarätigen Anlässe.
  • Auftragskompositionen für Musicals, Filmmusiken, Popsongs, Jazzbigband, etc.
  • Aufbau und Leitung mehrer Bigbands im In- und Ausland; CARMINA BURANA in eigener Bearbeitung; Musical: Junger wilder Süden, Apokacalypso, Get Up Fly, Hurribor, Losleben ...; Oratorium: Rhythm of Genesis und Finale Sinfonie.

Auszeichungen:
1991 Kulturpreis der Stadt Emmendingen,
1996 Zelt Musikfestival Preis,
2011 Bundes Verdienstkreuz am Bande

Hans-Jörg Jenne

*1953
Fachbereichsleiter Familie, Kultur, Stadtmarketing bei der Stadtverwaltung Emmendingen und Historiker

Studium der Geschichte und Germanistik in Erlangen und Tübingen. Seit 1986 bei der Stadt Emmendingen, zunächst verantwortlich für die Konzeption des Jubiläums 400 Jahre Stadt 1990. Ab 1992 Stadtarchivar und Museumsleiter. 1993 Konzeption für ein Kulturhaus im Markgrafenschloss mit Stadtgeschichtlichem Museum, Fotomuseum mit Galerie und Kulturbühne im Schlosskeller, realisiert bis 2003.

1997 Einrichtung des jüdischen Museums in der ehemaligen Mikwe am Schlossplatz in Zusammenarbeit mit dem Kreisarchiv.

1998 Leiter des Amtes für Schule, Kultur, Sport und Soziales bis zu seiner Ernennung zum Fachbereichsleiter Familie, Kultur, Stadtmarketing 2005.

Mehr Als 20 Sonderausstellungen zu stadtgeschichtlichen Themen wie z.B.: 100 Jahre Wasserversorgung; 150 Jahre Eisenbahn; 50 Jahre Kriegsende; Geschichte der Tabakindustrie; Kindheit und Jugend in den 50er Jahren; Schlosser, Goethe, Meerwein & Co; Niederemmendinger Alphabet-ein Dorf erinnert sich.

400 Jahre Schützengesellschaft; Emmendinger Freiheit 1848-150 Jahre Badische Revolution...

Zahlreiche Aufsätze, Publikationen und Zeitungsartikel zur Geschichte Emmendingens. Herausgeber der Stadtgeschichte und der seit 1992 jährlich erscheinenden Emmendinger Chronik.

Initiierung und Inszenierung von Sonderveranstaltungen wie Geschichtsrevuen zu Ortsjubiläen, Goethe-Woche und Multimedia Features zu Lenz.

Realisierung eines Fernsehfilmes in ZSA mit dem Kreisarchiv zur Zerstörung der jüdischen Gemeinde in Emmendingen am 10. November 1938.